Ein Weltrekord auf der Großglockner Hochalpenstraße
Was als Idee unter Feuerwehrfreunden begann, wurde zu einem spektakulären Großprojekt inmitten der imposanten Alpenkulisse des Nationalparks Hohe Tauern. Im Rahmen der 9. Feuerwehr Oldtimer Weltmeisterschaft stellte sich die Frage: Was könnte das Highlight für das Jubiläum im darauffolgenden Jahr werden? Viele Vorschläge lagen auf dem Tisch – doch eine Idee ließ niemanden mehr los: ein Weltrekord.
Ein wagemutiger Plan nahm Form an: eine wasserführende Schlauchleitung von der Mautstelle Ferleiten hinauf bis zur Edelweißspitze – über 1.400 Höhenmeter Differenz, entlang der berühmten Großglockner Hochalpenstraße. Was in der Theorie spektakulär klang, erwies sich in der Praxis als gewaltige Herausforderung: 40 Tragkraftspritzen, über 460 B-Schläuche und fast 9.300 Meter Leitung mussten koordiniert, verlegt und betrieben werden – teils auch querfeldein durchs Gelände.
Nach einer ersten Begehung im Oktober 2019 fiel die Entscheidung: Wir machen das. Die Planungen liefen an, technische Details wurden durchgerechnet, Genehmigungen eingeholt und unzählige freiwillige Helfer aus ganz Österreich mobilisiert.
Dann war es endlich so weit: Am 18. Juni 2022 wurde aus der kühnen Idee Wirklichkeit. 40 Feuerwehren aus allen Bundesländern vereinten ihr Können und ihre Ausrüstung für dieses einzigartige Vorhaben. Punkt 08:00 Uhr hieß es: „Wasser marsch!“ – und von der Saugstelle in Ferleiten aus machte sich das Wasser auf die Reise.
Entlang der Serpentinen der Großglocknerstraße, über Wiesen und Felsen, von Pumpe zu Pumpe, schoss es stetig bergauf. Und nach nur 2 Stunden und 13 Minuten war es geschafft: Auf der Edelweißspitze, dem höchsten befahrbaren Punkt Österreichs (2.571 m), sprudelte das Wasser aus dem Schlauch.
Der Rekord war gebrochen
Nie zuvor wurde eine wasserführende Relaisleitung über einen Höhenunterschied von 1.435 Metern errichtet. Die Dimension dieses Projekts beeindruckt nicht nur technisch, sondern vor allem menschlich: Kameradschaft, Organisation und der gemeinsame Wille, etwas Außergewöhnliches zu schaffen, haben diesen Weltrekord möglich gemacht.
Ein großer Dank gilt der Großglockner Hochalpenstraßen AG, die dieses Projekt mitgetragen und unterstützt hat – und natürlich allen Feuerwehrmännern und -frauen, die bewiesen haben: Gemeinsam geht alles. Sogar bis ganz nach oben.